Archiv für November, 2007
Die britische Steuerbehörde hat zwei CDs mit persönlichen Daten von über 25 Millionen Bürgern verloren. Die persönlichen Daten bestehen zum Beispiel aus Adresse, Kontodaten und Sozialversicherungsnummer. Der Schatzkanzler Alistair Darling hat sich bereits für die Panne entschuldigt und Ermittlungen eingeleitet, wie die CDs auf dem Postweg nach London verloren gehen konnten.
Die Kritik, welche sich nun der Schatzkanzler anhören muss, ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Wie kann man nur solch sensible Daten so ungeschützt versenden?
Viel Spaß bei der Suche…
1. Einstieg Seite 2
2. Definition Seite 2-3
3. Formen der Inflation Seite 3
a. offene und verdeckte Seite 3
b. schleichende und beschleunigte Seite 3
4. Ursachen mit Phasen Seite 4-5
5. Arten der
a. nachfragebedingten Inflation Seite 5-6
b. angebotsbedingten Inflation Seite 6
6. Anspruchsinflation Seite 6-7
7. Auswirkungen von Geldwertänderungen
a. Inflation Seite 7
b. Deflation Seite 8
8. Literaturverzeichnis Seite 8
9. Fragen Seite 8
1. Einstieg
Schwere Inflationen konnte man in der Geschichte unter anderem beobachten:
· um 1622 in Europa (Dreißigjähriger Krieg)
· um 1923 in Deutschland, Österreich und Ungarn (Deutsche Inflation 1914 bis 1923)
· 1939 - 1948 in Deutschland (zurückgestaute Inflation, korrigiert durch Währungsreform)
· jahrzehntelang bis 1991 in Argentinien
· jahrzehntelang bis 1994 in Brasilien
· um 1995 in Mexiko
· um 1997 in Süd-Ost-Asien (Asienkrise)
· um 2002 in Argentinien
· in den 1970ern kam es in den Vereinigten Staaten zu Inflationsraten, wie sie sonst in Friedenszeiten nie beobachtbar waren (Ölpreisschock)
Preis für ein Frühstücksei
Datum Kaufpreis
6. Juni 1912 7 Pfennig
6. August 1923 923 Reichsmark
27. August 1923 177.500 Reichsmark
17. September 1923 2,1 Mio Reichsmark
15. Oktober 1923 227 Mio Reichsmark
5. November 1923 22,7 Mrd Reichsmark
3. Dezember 1923 320 Mrd Reichsmark
2. Definition
Inflation (lateinisch: Aufblähung):
Die Inflation ist ein Ablauf dauernder Preisniveausteigerungen. Die Konsequenz daraus ist, dass der Geldwert fällt. Die Inflation liegt vor, wenn das Angebot an Gütern unterhalb der monetären Gesamtnachfrage liegt. Als
Indikator wird meist der Preisindex (z.B. Verbraucherpreisindex) für die Lebenshaltung herangezogen. Das statistische Bundesamt gibt monatlich die so genannte „Preisteuerungsrate/Inflationsrate“ bekannt. In dieser wird die Preisteuerung des „Warenkorbs“ (beinhaltet die Preise der Güter, die wir täglich kaufen oder in Form von Dienstleistungen in Anspruch nehmen; er wird alle fünf Jahre neu gestaltet) ausgedrückt. Diese Preissteigerungsrate steht repräsentativ für alle Haushalte der BRD.
Deflation (lateinisch: Abschwellung):
Unter Deflation versteht man ein anhaltendes Sinken des allgemeinen Preisniveaus für Waren (Investitionsgüter, Luxusgüter, Konsumgüter) in einer Volkswirtschaft. Die Güter werden billiger, die Gewinne der Unternehmen sind rückläufig. Die Banken vergeben selten neue Kredite. Ein Grund für eine Deflation kann eine geringe Nachfrage nach Gütern sein.
Formen der Inflation:
Man kann die Formen der Inflationen nach Sichtbarkeit des Geldwertverlustes am Markt bei freier Preisbildung bzw. nach einem Preisstopp nach dem Tempo, mit dem sich der Preisanstieg vollzieht, ordnen.
a. offene und verdeckte
Die Preise steigen bei der offenen Inflation für jeden erkennbar an.
Bei der verdeckten Inflation wird das Preisniveau durch einen Preisstopp konstant gehalten. Dadurch verliert der Markt seine Ausschaltfunktion und es bilden sich Schwarzmärkte. Am offenen Markt werden immer weniger Waren angeboten.
b. schleichende und beschleunigte
Bei einem Preisanstieg von 2-5 Prozent spricht man von einer schleichenden Inflation, darüber (bis 20%) von einer beschleunigten/trabenden, bei 20-50 % von einer galoppierenden und ab 50 % von einer Hyperinflation. Der Übergang von der schleichenden in die beschleunigte Inflation ist fließend. In den letzten Jahren besitzen alle westlichen Industriestaaten eine schleichende Inflation. Diesen stetigen Preisanstieg nennt man Inflation. Tritt diese in Verbindung mit einem Rückgang der Produktion und einer Zunahme der Arbeitslosigkeit ein, so spricht man von einer Stagflation.
4. Ursachen mit Phasen
Die Ursachen für eine Inflation oder eine Deflation können sowohl nachfrage-, als auch angebotsbedingt sein. Steuererhöhungen oder sonstige Preissteigerungen, die vom Staat vorgenommen werden, können unabhängig von der wirtschaftlichen Situation eines Landes zur Inflation führen. Auch die importierte Inflation kann ein Grund sein. Wenn die Nachfrage nach Gütern rasant steigt und diese Nachfrage nicht gedeckt werden kann, steigen die Preise, dies nennt man Nachfragesoginflation.
Steigerungen der Lohn- oder Lohnnebenkosten, der Zinsen oder Energiepreise führen zu einer Angebotsdruckinflation (oder Kosteninflation). Dies geschieht aber nur, wenn die teureren Güter auf dem Markt auch Abnehmer finden. Eine „Cost-push-Inflation“ entsteht, wenn ein Unternehmen beispielsweise zu höheren Rohstoff- oder Lohnkosten produzieren muss. Wenn ein Unternehmen höhere Gewinne einstreichen will, spricht man von der „Profit-push-Inflation“.
Grund für eine Deflation ist das Ungleichgewicht zwischen Geldwert und Sozialprodukt, sie entwickeln sich nicht proportional (Geldmenge steigt langsamer als die Produktionsmöglichkeit). Die Notenbanken geben also zu wenig Geld heraus. Auch wenn der Staat Reformen in Sozialsystemen durchführt können Deflationen entstehen. Wenn die Konjunktur im Ausland schlecht verläuft kann dies auch Auswirkungen auf die Eigene haben, da der Export sinkt.
Phasen der nachfragebedingten Inflation
In Phase I läuft die Angebotskurve waagerecht ab. Die Kapazitäten sind unausgelastet und es herrscht Unterbeschäftigung. Die Preise sind konstant und das Nationaleinkommen steigt.
In Phase II zeichnet sich ein Nadelöhr bei dem Einkauf von Produktionsfaktoren ab. Der Konkurrenzkampf der Unternehmen macht die so schon wenig vorhanden Güter noch teurer. Folglich müssen die Unternehmer höhere Preise für
die Produkte verlangen. Sowohl das Preisniveau, als auch das Einkommen steigt.
In Phase III sind die Produktionsfaktoren voll ausgelastet und selbst eine starke Steigerung des Bedarfs, kann die Produktion nicht weiter ausdehnen. Es überwiegt Vollbeschäftigung und die Kapazitäten sind ausgelastet. Das Nationaleinkommen ist beständig und das Preisniveau klettert hoch.
5.a. Arten der nachfragbedingten Inflation
Man unterscheidet vier nachfragebedingte Inflationsarten, bei denen der Zustand des Aufschwungs bzw. eine Vollbeschäftigung unterstellt wird da sonst keine nachfragebedingten Inflationsprozesse ausgelöst werden.
Konsuminflation
Eine Nachfragesteigerung nach Konsumgütern wird durch Lohnerhöhungen, Kreditaufnahmen oder die Auflösung von Sparguthaben ausgelöst. Es kommt zu einem Nachfragesog, der durch die Güterproduktion nicht gedeckt werden kann. Folglich steigt das Preisniveau der Konsumgüter.
Investitionsinflation
Eine Investitionsinflation liegt vor wenn die Unternehmer mehr investieren wollen als Spargelder zur Verfügung stehen. Die Banken stellen die notwendigen Güter zur Verfügung und somit wird die Nachfrage nach Investitionsgütern größer als das Angebot. Das Preisniveau im Produktionsgüterbereich steigt.
Fiskalinflation
Der Anteil der Ausgaben des Staates einschließlich der Sozialversicherungen gemessen am BIP ist die so genannte Staatsquote. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen so muss die Haushaltslücke durch Kreditaufnahmen geschlossen werden. Dies kann zu einer Güterlücke führen und somit einen Preisanstieg bewirken.
Importierte Inflation
Bei fixierten Wechselkursen muss die Notenbank im Falle eines Exportüberschusses Devisen ankaufen. Dadurch steigt die inländische Geldmenge bei gleichzeitigem Export von Gütern. Diese Güterlücke bewirkt einen inflatorischen Preisauftrieb. Zu einer steigenden Auslandsnachfrage kommt es wenn das Ausland stärker inflationiert als das Inland. Die Inflation wird importiert.
5.b. Arten der angebotsbedingten Inflation
Kosteninflation
Wenn die Anbieter höhere Kosten auf den Preis abwälzen können, werden Preise durch den Kostenanstieg nach oben gedrückt. Dafür kommen folgende Kosten in Frage:
Lohnkosten
Höhere Löhne bedeuten nicht gleich höhere Preise, denn durch den technisch-organisatorischen Fortschritt steigt die Arbeitsproduktivität. Dadurch steigt ein Spielraum für Lohnsteigerungen. Steigen die Preise jedoch stärker als die Arbeitsproduktivität so erhöht sich der Lohnkostenanteil je Stück. Zunehmender Kostendruck geht auch von den Lohnzusatzkosten oder Personalzusatzkosten aus (Sozialversicherungsbeiträge etc.). Diese Lohnzusatzkosten nennt man zweiten Lohn und dieser beträgt in Deutschland im Gewerbe über 80% des direkten Lohns.
Rohstoffkosten
Da Deutschland arm an Rohstoffen und Energiequellen ist, wirken sich Verteuerungen am Weltmarkt stark auf das inländische Preisniveau aus. Dies nennt man eine importierte Kosteninflation, da mit den Waren die höheren Preise eingeführt werden.
Gewinninflation
Auf oligopolistischen und monopolistischen strukturierten Märkten bestimmten die Anbieter ihre Preise. Sie können durch Preiserhöhung ihre Gewinnsituation verbessern.
6. Anspruchsinflation
Wenn die Ansprüche auf einen höheren Anteil am Bruttoinlandsprodukt der Arbeitnehmer, der Unternehmer, der Rentner oder des Staates das reale Wirtschaftswachstum übersteigen und es dadurch zu einem allgemeinen Anstieg des Preisniveaus kommt, nennt man dies Anspruchsinflation.
Dies passiert zum Beispiel, wenn durch die Lohnerhöhung die Preise steigen, dies nennt man Lohn-Preis-Spirale oder wenn die Preise steigen und die Gewerkschaften dadurch mehr Löhne durchsetzen, dies nennt man Preis-Lohn-Spirale. Allerdings kann es auch zu preissteigernden Effekten kommen, wenn der Staat durch Steuererhöhungen seinen Anteil am Bruttoinlandsprodukt steigert.
7.a. Auswirkungen von Geldwertänderungen Inflation
Die Inflationen haben in verschiedenen Bereichen erhebliche Auswirkungen.
· Durch eine Inflation verlieren die Gläubiger und die Schuldner Gewinn, weil das Geld weniger wert ist und damit die Schulden bezahlt werden. Auch der Wert von Geldvermögen sinkt, somit verliert der Eigentümer z.B. von Obligationen Geld.
· Die Inflation unterstützt nicht das wirtschaftliche Wachstum. Die Inflation ist nicht für die Vollbeschäftigung verantwortlich. Im Inland hohe Inflationsraten gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im In- und Ausland. Bei stark exportabhängigen Volkswirtschaften kann es durch eine Inflation passieren, dass die Produktion und die Beschäftigung stark zurückgehen.
· Durch die Inflation werden die Leute benachteiligt, die ein festes Einkommen beziehen, weil die Verluste der Kaufkraft erst nach einem langen Zeitraum durch höhere Nominaleinkommen ausgeglichen werden.
· Wenn die Inflationsraten in den verschiedenen Ländern unterschiedlich sind, hat dies eine Auswirkung auf die Entwicklung der Wechselkurse.
- Wenn das Preisniveau im Ausland stärker steigt, als das im Inland, kommt es bei einem festen Wechselkurs zu einem Anstieg der Währungsreserven mit der Gefahr einer importierten Inflation oder die eigene Währung muss aufgewertet werden. Bei flexiblen Wechselkursen hingegen erfolgt die Aufwertung in kleinen Schritten. Die Aufwertung passt sich der entsprechenden Marktsituation an.
- Wenn das Preisniveau im Inland stärker steigt, als im Ausland, kommt es zu einem Importwachstum. Wenn die Devisenausgänge stetig die Deviseneingänge übertreffen, muss die Zentralbank bei relativ festen Wechselkursen am Devisenmarkt eingreifen oder, wenn sie in Liquiditätsschwierigkeiten geriete, die eigene Währung vermindern. Bei freien Wechselkursen erfolgt die Abwertung in kleinen Schritten.
Bei einer Inflation sinkt der Geldwert für die gleiche Menge Waren des täglichen Lebens. Die Ersparnisse auf der Bank werden effektiv an Wert verlieren. Bei einer Zinserhöhung zur Bekämpfung der Inflation werden ebenfalls die Hypothekenzinsen steigen.
7.b. Auswirkungen von Geldwertänderungen Deflation
Da das Geld knapp ist, sinken die Preise (wodurch wiederum die Kaufkraft des Geldes steigt), Entlassungen finden statt, Schließungen von Betrieben, Produktionseinschränkungen und im Allgemeinen sinkt die Nachfrage nach
Konsum- und Investitionsgütern. Das Steueraufkommen wird gedrosselt und der Beschäftigungsstand lässt nach, auch die Einkommen sinken. Der Geldwert steigt.
8. Literaturverzeichnis
http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation#Auspr.C3.A4gungen_und_Folgen_der_Inflation
http://lexikon.meyers.de/meyers/Deflation
http://lexikon.meyers.de/meyers/Inflation
http://www.foerderland.de/807+M549c60237f1.0.html
http://de.mimi.hu/finanz/inflation.html
http://www.bwclub.de/lexikon/d/deflation.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation
http://www.focus.de/politik/schlagzeilen?day=20070117&did=345655
Horst Seidel, Rudolf Temmen, Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, 21. Auflage 2003, Bildungsverlag 1., Uwe Taenzer, Ökonomie 2, 1. Auflage 1995, Ernst Klett Verlag.
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Gliederung:
1. Außenwert des Geldes und Zahlungsbilanz
2. Devisen
3.1 Devisenangebot und Devisennachfrage
3.2 Devisenmarkt, Devisenbörse
3. Wechselkurs
3.1 Mengennotierung und Preisnotierung
3.2 EWU
4. System freier Wechselkurse
4.1 Gleichgewichtskurs und Außenhandel
4.2 Wechselkursmechanismus
4.3 Zahlungsbilanzausgleich bei flexiblen Wechselkursen
5. System fester Wechselkurse
5.1 System absolut fester Wechselkurse
5.2 System relativ fester Wechselkurse
5.3 Wechselkurspolitik im ESZB
6. Quellen
Inhalt:
1. Außenwert des Geldes und Zahlungsbilanz
Zwischen verschiedenen Ländern findet ein umfangreicher Güter- und Leitungsaustausch statt. Da es kein weltweit anerkanntes Zahlungsmittel gibt, sind zur Abwicklung dieser Transaktion Devisengeschäfte notwendig.
2. Devisen
Devisen im engeren Sinne sind demnach Zahlungsmittel in ausländischer Währung.
Dazu zählen Guthaben bei ausländischen Banken, Schecks und Wechsel.
Devisen im weiteren Sinne werden Sorten genannt. Dazu gehören ausländische Banknoten und Münzen.
2.1 Devisenangebot und Devisennachfrage
Der Binnenwert des Geldes hängt vom ausländischen Preisniveau ab. Der Außenwert des Geldes ergibt sich bei freier Kursbildung aus Angebot und Nachfrage.
Beispiel: Jede Devisennachfrage ist mit einem Devisenangebot verbunden. Wenn für den Import Euro in Dollar umgetauscht werden, bietet man Euro an und fragt nach Dollar.
2.2 Devisenmarkt
Devisenmarkt oder Devisenbörse ist der Markt auf dem Devisen gehandelt werden. Gegenstand des Devisenmarktes sind vor allem Bankguthaben in unterschiedlichen Währungen.
Wenn Banken Sorten oder Devisen kaufen wird diese Aktion Geld genannt. Wenn sie Sorten oder Devisen verkaufen macht man dies mit dem Brief deutlich.
3. Wechselkurs
Unter Wechselkurs versteht man das Wertverhältnis zweier Währungen.
3.1 Mengennotierung
Der Begriff Mengennotierung ist die Menge an ausländischer Währung, die man für eine Einheit inländischer Währung erhält.
Beispiel: 1 Euro = 1.38938 US Dollar (Freitag, 14. September, 2007)
3.1 Preisnotierung
Der Begriff Preisnotierung ist der Kehrwert der Mengenotierung. Demnach ist sie der Preis in Inlandswährung, den man für eine Einheit ausländischer Währung zahlt.
Beispiel: 1 US Dollar = 0.71975 Euro (Freitag, 14. September, 2007)
http://www.oanda.com/converter/classic?user=travelshop&lang=de
3.2 EWU (Europäische Wirtschaftsunion)
Die EWU ist ein wesentlicher Bestandteil der EU, dem alle EU-Länder angehören. Sie hat die Einführung des Euro ermöglicht.
In der EWU existiert nur noch ein einheitlicher Wechselkurs, der die Kaufkraft der europäischen Währung nach außen aufzeigt.
4. System freier Wechselkurse
Freie oder flexible Wechselkurse bilden sich ohne staatliche Eingriffe durch Angebot und Nachfrage.
Die großen Globalwährungen der Welt (US Dollar, Euro, britische Pfund und japanischer Yen) haben einen freien Wechselkurs.
Damit eine freie Wechselkursbildung herrschen kann, ist die Konvertibilität (unbeschränkte Möglichkeiten Geld verschiedener Länder auszutauschen und freie Verfügung über Devisen) der Währung notwendig.
4.1 Gleichgewichtskurs und Außenhandel
Bei freier Wechselkursbildung ergibt sich eine Tendenz zum Ausgleich von Devisenangebot (Nachfrage nach Inlandswährung) und Devisennachfrage (Angebot an Inlandswährung).
Der Wechselkurs ist flexibel und kann sinken oder steigen. Die veröffentlichten Referenzkurse sind daher Mittelkurse.
Im Außenhandel ergeben sich wechselseitige Beziehungen, weil die Wechselkurse den Export und Import beeinflussen und umgekehrt.
Export > Import
Wenn der Export von Gütern in die USA steigt (Amerika befindet sich im Aufschwung) nimmt auch das Einkommen in den USA zu. Die Folge ist, dass die Nachfrage nach Euro zunimmt (Angebot an USD nimmt zu).
Weil sich die Nachfragekurve im diesem Zusammenhang nach rechts verschiebt steigt der Eurokurs (Dollarkurs sinkt). Diese Situation kommt der Aufwertung des Euro und einer Abwertung des Dollar gleich.
Beispiel: Ein deutscher Exporteur bewertet die Ware mit 100.000 €. Bei einem Kurs von 0,90 USD kann er die Ware für 90.000 USD anbieten.
Wenn der Kurs auf 0,96 USD steigt wird die Ware für 96.000 USD angeboten.
Hieraus kann man entziehen, dass die Euro-Produkte in Amerika teurer werden, wenn der Eurokurs in Dollar steigt.
Import > Export
Wenn der Import von Gütern aus den USA steigt (Euroraum befindet sich im Aufschwung) nimmt auch das Einkommen im Euroraum zu. Die Folge ist, dass das Angebot an Euro zunimmt (Nachfrage an USD nimmt zu).
Weil sich die Angebotskurve im diesem Zusammenhang nach rechts verschiebt sinkt der Eurokurs (Dollarkurs steigt). Diese Situation kommt der Abwertung des Euro und einer Aufwertung des Dollar gleich.
Beispiel: Eine Steinhauerei möchte eine Statue für 1.800.000 USD in die USA liefern. Weil eine Wechselkursänderung von 1,00 USD zu 0,90 USD stattgefunden hat erhält sie für den Dollarbetrag 200.000 € mehr. Demnach 2.000.000 €.
Hieraus kann man entziehen, dass die Euro-Produkte für den Amerikaner billiger werden, wenn der Eurokurs in Dollar sinkt.
4.2 Wechselkursmechanismus
Um den Wechselkurs im Gleichgewicht zu halten werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. (siehe Abbildung)
4.3 Zahlungsbilanzausgleich bei flexiblen Wechselkursen
Im Modell führen flexible Wechselkurse zum gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht (Außenhandel, Güterpreis, Angebot und Nachfrage).
Die Realität sieht jedoch anders aus, weil bei Zahlungsbilanzungleichgewichten der automatische Zahlungsbilanzausgleich häufig verzögert wird.
Beispiele: - langfristige Exportaufträge (zeitliche Spanne zwischen Lieferung und
Bezahlung)
- freiwillige Interventionen der Zentralbank (Kauf oder Verkauf von Devisen)
Wenn ein kurzfristiger automatischer Zahlungsbilanzausgleich nicht zu erwarten ist, sichern sowohl die Regierung als auch die Zentralbank den Ausgleich.
5. System fester Wechselkurse
Im System der festen Wechselkurse werden die Wechselkurse vom Staat festgelegt.
5.1 System absolut fester Wechselkurse
Absolut feste Wechselkurse sind in Zentralverwaltungswirtschaften mit Devisenbewirtschaftung vereinbart. Dazu zählen beispielsweise Südamerika und Asien.
Die inländische Währung ist überbewertet, wenn die Devisennachfrage so gesteuert wird, dass sie höher ist als bei freier Kursbildung. Demnach herrscht ein Angebotsdefizit (N>A).
Beispiel: Die ehemaligen Ostblockländer haben die westliche Währung festgelegt. Das Angebotsdefizit an Devisen führte dazu, dass diese Devisen bewirtschaftet werden mussten. Folglich entstanden schwarze Devisenmärkte.
Die inländische Währung ist unterbewertet, wenn das Devisenangebot so gesteuert wird, dass sie höher ist als bei freier Kursbildung. Demnach herrscht ein Angebotsüberschuss (A>N).
Es entsteht die Gefahr einer Inflation.
5.2 System relativ fester Wechselkurse
In Systemen relativ fester Wechselkurse wird eine Bandbreite festgelegt, von der der Leitkurs der Währung nach oben und unten schwanken darf. Die Begrenzung wird als oberer und unterer Interventionspunkt bezeichnet.
Wenn der Wechselkurs am Devisenmarkt langfristig vom festgesetzten Leitkurs abweicht, kann er auch nach oben (Aufwertung) oder nach unten (Abwertung) gesetzt werden, so dass ein Gleichgewichtskurs herrscht.
Oberer Interventionspunkt
Wenn die Nachfrage nach Inlandswährung bei unverändertem Angebot steigt, wird bei freier Kursbildung der obere Interventionspunkt überschritten. Damit ein Gleichgewicht im Wechselkurs herrscht muss die Zentralbank investieren um die Angebotslücke zu schließen. Folglich fragt die Zentralbank Devisen nach und kauft somit den Devisenüberschuss auf. Die Inlandswährung wird aufgewertet und der Leitkurs zum neuen Gleichgewichtspunkt heraufgesetzt.
Weil die Zentralbank eigenes Geld im unbeschränkten Maße drucken kann besteht die Gefahr einer inflationären Entwicklung.
Mit starker Währung bezeichnet man eine für längere Zeit stark nachgefragte Währung.
Unterer Interventionspunkt
Wenn das Angebot an Inlandswährung bei unveränderter Nachfrage steigt, wird bei freier Kursbildung der untere Interventionspunkt unterschritten. Damit ein Gleichgewicht im Wechselkurs herrscht muss die Zentralbank intervenieren um die Nachfragelücke zu schließen. Folglich bietet die Zentralbank Devisen an und verkauft somit Devisen.
Wenn die Devisen- oder Goldvorräte der Zentralbank erschöpft sind und das Ausland keine Kredite gewährt, muss die Inlandswährung abgewertet und der Leitkurs zum neuen Gleichgewichtspunkt herabgesetzt werden.
Mit schwacher Währung bezeichnet man eine für längere Zeit abgewertete Währung.
Beispiel: Innerhalb der EU herrscht ein fester Wechselkursmechanismus mit Bandbreite(EWS), der WKM II genannt wird. Durch diese relativ festen Wechselkurse sind die Mitgliedsstaaten gezwungen die Kurse innerhalb der festgelegten Bandbreite zu halten, um das wirtschaftliche Gefälle zwischen den Staaten auszugleichen.
5.3 Wechselkurspolitik im ESZB (Europäisches System der Zentralbank)
Der Europäische Rat kann Wechselkursvereinbarungen für den Euro gegenüber Drittwährungen nur auf der Grundlage einer vorherigen Empfehlung der EZB oder der Kommission treffen.
7. Quellen
Seidel / Temmen S.268-273
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_System_der_Zentralbanken
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_W%C3%A4hrungssystem
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_W%C3%A4hrungssystem_II
http://www.eu-info.de/euro-waehrungsunion/5007/5221/5175/
http://www.talkteria.de/forum/topic-3992.html
Einführung in das Thema
Wollte man im Jahr 2000 seinen Urlaub im europäischen Ausland verbringen, so musste man stets den jeweiligen Wechselkurs der Nation im Hintergedanken behalten. Zielbestrebungen der EU eine monetäre Geldpolitik in Europa zu etablieren, führten am 1. Januar 1999 zur Einführung des europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) im Rahmen der europäischen Wirtschaftsunion. Es wurde in 13 EU-Staaten eine Gemeinschaftswährung, der Euro, eingeführt. Darüberhinaus wurde der ESZB ein weit aus höhere Rolle zugeschrieben. Sie sollte den darauf in 18 europäischen Staaten in Umlaufgebrachten Euro hinsichtlich EU weiter wirtschaftlicher Veränderungen kontrollieren und auf diese gezielt einwirken. Auf welche Institutionen und Instrumente die ESZB in diesem Zusammenhang zurückgreifen kann, werden wir im Weiteren genauer erläutern und analysieren.
Aufbau des europäischen Systems der Zentralbanken
Die Definition
Das ESZB besteht aus der europäischen Zentralbank (EZB) und den jeweiligen nationalen Zentralbanken (s. unten „Nationale Zentralbanken“). Grundlagen der ESZB sind zum einem die Satzung der EZB und ESZB und der Vertrag zur Gründung der EG. Dabei ist die ESZB zuständig für die monetäre Politik EWWU (Europäische Wirtschafts- und Währungsunion). Primärzierziel der ESZB ist die Preisniveaustabilität innerhalb der EU Staaten. Des Weiteren gilt ihre Aufmerksamkeit der Stützung der Wirtschaftspolitik, unabhängig von jeweiligen Mitgliedsstaaten. Deshalb findet auch keine Kreditvergabe an Privatpersonen statt.
Der Aufbau der ESZB
Es besteht aus den Nationalen Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank. Diese besteht wiederum aus dem EZB-Rat und dem Direktorium und dem „Erweiterten Rat“. Die Nationalen Zentralbanken, zu denen auch die Deutsche Bundesbank gehört, hat ein Recht auf Mitwirkung bei den Entscheidungen im EZB-Rat und im Erweiterten Rat der EZB. Das Direktorium der EZB gibt wiederum Weisungen an die Nationalen Zentralbanken. Der EZB-Rat entscheidet über die Geldpolitik. Das Dirketorium führt die Ausführungen der Beschlüsse im EZB-Rat durch.
Die Funktionen und Aufgaben
Die europäische Zentralbank (EZB):
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat folgende Funktionen:
Notenbank
Die EZB hat das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten, also ein Notenmonopol. Sie hält das Geld knapp um die Inflation gering zu halten. Die Richtlinien der Geldpolitik gibt die EZB vor. Sie werden dann von den nationalen Zentralbanken umgesetzt.
Bank der Banken
Die EZB versorgt das System mit Geld und steuert die Menge des Geldes. Der Leitzinssatz wird ebenfalls von der EZB festgelegt. Er ist der Zinssatz, den Banken bezahlen müssen, wenn sie sich bei den Zentralbanken Geld leihen möchten. Die EZB bietet auch Dienstleistungen für Banken an.
Bank des Staates
Die EZB ist den nationalen Regierung bei der Kreditaufnahme behilflich. Sie gibt außerdem Münzen auf Rechnung des EU-Staats ab. Ihre Gewinne werden an die EU-Mitgliedsstaaten überwiesen.
Währungsbank
Die Währungsreserven werden von der EZB verwaltet. Die Verpflichtungen aufgrund des Internationale Währungsfonds kommt die EZB nach.
Der Nationalen Zentralbanken (NZB):
Eine Zentralbank beschreibt eine Instutionen, die sich mit der Geld- und Währungspolitik einer jeweiligen Nation bzw. eines Wirtschaftssektors ausein-andersetzt. Die nationale Zentralbanken ist dabei Synonym für die jeweilige Zentralbank eines EU-Mitgliedsstaates. Ihr Aufgabenfeld setzt sich dabei aus 4 Schwerpunkten zusammen.
· Die Umsetzung geldpolitischer Beschlüsse des EZB Rates
· Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs
· Die Leitung der nationalen Devisenreserven (gehaltene Mittel)
· Die Anfertigung der jeweiligen nationalen Zentralbank-Zahlungsbilanzen
Die deutsche Bundesbank als Beispielfall einer NZB:
Die deutsche Bundesbank ist die nationale Zentralbank der BRD. Dabei ist sie weder der Regierung noch Minsterien unterstellt. Sie hat keine direkte Entscheidungs-kompetenz; zwar war die deutsche Bundesbank früher mit der Sicherung der Währung beauftragt, allerdings wurde dieses Amt auf die ESZB übertragen. Somit bleiben der deutschen Bundesbank lediglich eine „Berater-und Weisungsfunktion“. Als letzteres kümmert sich die deutsche Bundesbank um den Umtausch von DM-Geldern und um die Umsetzung der ESZB/EZB Beschlüsse.
Das Verhältnis zur Regierung
Durch den Vertrag von Maastricht ist die ESZB und ihre Instutionen verfassungsähnlich als Weisungsunabhängig erklärt worden. Dies gilt für die EZB wie auch für die NZB.
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